Deutliche 30:37-Niederlage gegen Nantes

Kim Birke setzt sich gegen Isabell Klein durch. (Foto: Jack)

Fehlstart in die Gruppenphase des EHF-Cups

So hatten sich die Handballerinnen des VfL Oldenburg den Start in die Gruppenphase des EHF-Cups wahrlich nicht vorgestellt. Mit einer wenig überzeugenden Leistung unterlag man dem französischen Spitzenteam Nantes Loire-Atlantique HB überraschend deutlich mit 30:37. Leszek Krowicki war dann nach dem Spiel auch sichtlich bedient. „Das war ein verdienter Sieg von Nantes. Ich bin sehr unzufrieden mit der Präsentation meiner Mannschaft. Ab der 12./15. Minute haben wir alles vergessen was wir uns vorgenommen haben. Das Tempo hat gefehlt und die Torwürfe waren nicht vernünftig vorbereitet. Zudem haben wir zu viele Fehler im Angriff gemacht, was zu Kontern und daraus folgend zu Toren geführt hat.“

Nach einem etwas nervösem Spielbeginn, bei dem sich in erster Linie die Torhüterinnen auszeichnen konnten, entwickelte sich in der Folge ein temporeiches Handballspiel. Konnte der VfL in den ersten Minuten noch jeweils vorlegen, häuften sich ab der 5. Minuten allerdings Abspielfehler bei den Gastgeberinnen, was zu Kontern führte welche Nantes meistens erfolgreich abschließen konnte. So konnten die Gäste in den nächsten Minuten allzu viele einfache Tore erzielen und davonziehen. Gleichzeitig zeigten sie ein überaus cleveres Rücklaufverhalten, so dass es zu kaum einem erfolgreichen Tempogegenstoß des VfL kam. Innerhalb von zehn Minuten machten die Französinnen aus einem 2:3 Rückstand eine 9:4 Führung. Zwar konnte der VfL durch Kim Birke, Inger Smits (2) und Angie Geschke noch einmal beim Stande von 8:11 auf drei Tore herankommen, aber als Nantes Trainer Jan Basny seine Toptorjägerin Malin Holta brachte zogen die Gäste schnell davon. Mit ihrer fünf Treffern innerhalb von acht Minuten hatte die Norwegerin großen Anteil an der deutlichen 19:11 Pausenführung der Französinnen. Beim VfL war es einmal mehr Madita Kohorst, die mit zahlreichen Paraden ihr Team vor einem noch höheren Rückstand behütete.

In der zweiten Hälfte gingen die Grün-Weißen deutlich konzentrierter zur Sache und produzierten weniger Fehler. Dadurch bekamen die 812 Zuschauer in der EWE-Arena ein wesentlich engeres Spiel als in der ersten Halbzeit zu sehen. Aber näher als fünf Tore sollte man in diesem Spiel nicht mehr herankommen. Da nützte es wenig, dass die Französinnen ab der 47. Minute auf Jovana Stoiljkovic verzichten mussten. Die bis dahin beste Torschützin der Gäste hatte nach ihrer dritten Zweiminutenstrafe die rote Karte gesehen. Zwanzig Minuten vor Schluss ersetzte Julia Renner die bis dahin hervorragend haltende Kohorst im Tor des VfL. Renner schloss nahtlos an die Leistung ihrer Kollegin an und konnte fast 40 % der Würfe auf ihr Tor entschärfen. Einen kurzen Schreckmoment für den VfL gab es dann noch in der 56. Minute als Inger Smits bei einem Abwehrversuch mit dem Kopf gegen die Videowerbebande knallte. Sehr zur Erleichterung aller konnte sie nach kurzer Behandlungszeit aber selbständig das Feld verlassen.

Als der VfL in den nächsten zwei Minuten aus einem 26:35 ein 30:35 machte kam noch einmal Hoffnung auf einen knapperen Spielausgang auf. Vergebens. Am Ende stand eine deutliche 30:37 Niederlage zum Auftakt der Gruppenphase. Wie schon in den ersten sechs Europapokalspielen der Saison verließen die Französinnen auch diesmal die Halle wieder als Sieger. Und erneut imponierten sie ihren Trainer mit einer starken Auswärtsleistung. „Wir spielen in dieser Saison im Europapokal auswärts stärker als zuhause. Vor dem Spiel hatte ich ziemlichen Respekt, aber dank einer starken Abwehrleistung und weil wir schnell und erfolgreich zum Abschluss gekommen sind konnten wir uns in der ersten Halbzeit einen großen Vorsprung erarbeiten. Die zweite Halbzeit war dann deutlich enger und man merkte, dass beide Teams müde wurden“, zeigte sich Nantes Trainer Jan Basny sehr zufrieden mit seinem Team.

VfL Oldenburg: Renner, Kohorst -  Schnack 1, Thomas, Birke 5, Müller 6/2, Smits 3, Dulfer 1, Behrend 2, Geschke 8/1, Kaiser 2, Hartstock, Jongenelen 2, Mala

Gelbe Karte: 2
2 Minuten: 2
Siebenmeter: 4/3

Nantes Loire-Atlantique HB: Pierson, Callav – Klein 5, Holta 7/1, Lignieres 1, Schop 6, Chesneau, Ahanda, Stoiljkovic 6/1, Soulard, Clavel 3, Boisorieux, Callav, Escribano 2, Coatanea 5, Lawson, Ekoh 2

Gelbe Karte: 3 + 1
2 Minuten: 4
Rote Karte: 1
Siebenmeter: 2/2

Bernd Teuber – Presse VfL Oldenburg – 07.01.17