Aufholjagd gegen Blomberg ohne Happy End

Erzielte sieben Tore: Toni-Luisa Reinemann (Foto: Thorsten Helmerichs)

Mit einer Niederlage sind die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg in den mit vier Heimspielen gespickten März gestartet. Gegen die HSG Blomberg-Lippe unterlagen die Huntestädterinnen – trotz furioser Aufholjagd in der Schlussphase – mit 25:29 (11:17). Für eine Person an der Seitenlinie war die Begegnung dennoch etwas Besonderes.

Motivierende Gesten und Zwischenrufe während der Deckungsarbeit, taktische Anweisungen in der Auszeit oder das Antreiben in der Vorwärtsbewegung: Während der 60 Minuten gegen die HSG Blomberg-Lippe gab es für Jonas Schlender kaum einen Moment zum Durchschnaufen. Schließlich stand der Co-Trainer zum ersten Mal in der Verantwortung – als Vertretung von Trainer Niels Bötel, der die Partie nach einer kurzfristigen Blinddarm-Operation nur aus dem Krankenhausbett verfolgen konnte. Unterstützung erhielt Schlender von Geschäftsführer Andreas Lampe, sein Vorgänger als Assistent von Bötel (2018-2020). „Das kam für mich heute auch etwas überraschend“, gestand Schlender nach seinem unverhofften Trainer-Debüt. „Aber da Niels und ich eng zusammenarbeiten, war das kein Problem. Mit der Unterstützung von Andy hat das gut geklappt.“

In den ersten Minuten präsentierten sich die Huntestädterinnen auf Augenhöhe mit den drittplatzierten Gästen. Einen 1:3-Rückstand wandelten Lana Teiken, Marie Steffen und Merle Carstensen in eine 4:3-Führung um. Doch danach ging nur noch wenig für die VfL-Frauen. Zweimal wurde die Chance auf den zwischenzeitlichen 6:6-Ausgleich vergeben, stattdessen zogen die Gäste davon – entweder durch Tempogegenstöße oder mit zielgenauen Würfen aus dem Rückraum. So hatte die HSG bis zum Seitenwechsel einen 17:11-Vorsprung erspielt.

Der wuchs zu Beginn des zweiten Durchgangs noch weiter an. Nach 41 Minuten befanden sich die Oldenburgerinnen zehn Tore im Hintertreffen (13:23). Sie ließen aber die Köpfe nicht hängen, kämpften sich zurück. Nele Reese, die zu Beginn der zweiten Halbzeit den Platz von Julia Renner zwischen den Pfosten übernommen hatte, sorgte mit ihren Paraden für Ballbesitz, den ihre Mitspielerinnen immer häufiger nutzten. Bei den Blombergerinnen, die zum dritten Mal in nur sechs Tagen im Einsatz waren, wurden die Beine schwerer.

„Wir haben es in der zweiten Halbzeit geschafft, die erste und zweite Welle zu unterbinden“, sagte Schlender. „Sobald wir angefangen haben, frei zu treffen und den zusätzlichen Schritt zu gehen, sind wir noch einmal herangekommen.“ Nach zwei Treffern von Marloes Hoitzing stand es 24:27, Oldenburg stellte in eine offensive Deckung um. Für ihre Aufholjagd wurden sie am Ende aber nicht belohnt – Blomberg brachte den Sieg über die Ziellinie. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Am Ende hat es leider nicht gereicht“, fasste Jonas Schlender die Partie zusammen.

Sein Team steht nach der Niederlage auf Tabellenplatz zehn. Am Mittwoch, 10. März, empfängt der VfL nun die HSG Bad Wildungen Vipers. Jonas Schlender wird dann wieder auf der Trainerbank sitzen – ob als Co- oder Cheftrainer wird sich in den nächsten Tagen entscheiden.

VfL Oldenburg – HSG Blomberg-Lippe 25:29 (11:17)

VfL: Julia Renner, Nele Reese – Lisa Marie Fragge (2), Lana Teiken (2), Toni-Luisa Reinemann (7/2), Natacha Buhl, Marloes Hoitzing (2), Jane Martens, Marie Steffen (2), Merle Carstensen (5/2), Jenny Behrend (4), Luisa Knippert (1)